Editorial

Die Verkehrswende kann gelingen

Ob der Dürresommer 2018 ein seltenes Wetterphänomen oder bereits ein Vorgeschmack auf den Klimawandel war, kann sicher erst später abschließend beurteilt werden. Sichtbar sind jedoch die Auswirkungen: niedrige Wasserstände in den Flüssen und dadurch bedingte Transport-Engpässe sowie wirtschaftliche Folgen für Landwirtschaft und Industrie. Weniger sichtbar, aber trotzdem genauso real ist die schlechte Luftqualität in zahlreichen Städten. Immer mehr Menschen spüren, dass die klima- und verkehrspolitischen Herausforderungen, vor denen Deutschland steht, in ihrem Alltag angekommen sind. Deshalb wird es Zeit, die Diskussion über die Verkehrswende politisch und auch gesellschaftlich intensiver zu führen.

Die Verkehrswende kann gelingen. Das bestätigt die Studie „Deutschland mobil 2030“. Mit einer gleichnamigen Kampagne gehen der VDV und Partner wie der ADAC, die Bauindustrie sowie die kommunalen Spitzenverbände an die Öffentlichkeit. Mit dieser breiten Allianz wollen wir aufzeigen, wie die Verkehrswende mit einer effizienteren und umweltfreundlicheren Mobilität gelingen kann. Möglich wird das, wenn alle verantwortlichen Akteure den bereits eingeschlagenen Weg nun konsequent weitergehen.

Uns bleibt nur noch wenig Zeit, um die Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen. Im Verkehrssektor müssen Busse und Bahnen gestärkt werden. Unser Ziel ist es, bis 2030 unsere Marktanteile deutlich zu erhöhen. Wir wollen ein Drittel mehr ÖPNV und fast ein Viertel mehr Güterverkehr auf der Schiene. Dafür muss eine ganze Reihe von Maßnahmen umgesetzt werden – auch unbequeme. Es wird uns viel Kraft kosten, das Gesicht der Mobilität in Deutschland nachhaltig zu verändern. Wie das geht, haben uns Städte wie Wien, Kopenhagen, Zürich und die Schweiz insgesamt vorgemacht. Auch in Deutschland sollte es uns gelingen, in Zukunft mehr Mobilität mit mehr Öffentlichem Verkehr und damit weniger Ressourcenverbrauch und geringeren Emissionen zu ermöglichen.

Beste Grüße
Ihr Ingo Wortmann