Editorial

Die Verkehrswende
braucht mehr Personal

Die vom Klimakabinett vorgelegten Eckpunkte zeigen: Die Bundesregierung will nun offenbar schneller und gründlicher dabei vorankommen, die Klimaschutzziele im Verkehr zu erreichen. Nun gilt es, diese gute Grundlage und die richtigen Ansätze weiter auszugestalten. Dazu zählt aus Sicht der Verkehrsunternehmen eine für Wirtschaft und Verbraucher faire Bepreisung von CO2. Zwar könnte der Vorschlag des Klimakabinetts durchaus ambitionierter sein. Im Grundsatz unterstützen wir jedoch diesen Eckpunkt des Klimakabinetts, der nicht weit entfernt von unserem Vorschlag liegt – dem „Schweizer Modell“. Sehr positiv haben die Verkehrsunternehmen vor allem aufgenommen, dass mehr Geld für den Ausbau des städtischen ÖPNV zur Verfügung gestellt werden soll. Hier darf es nicht bei Absichtserklärungen bleiben.

Die Klimawende kann nicht ohne die Verkehrswende gelingen. Aber für mehr ÖPNV und mehr Schienengüterverkehr brauchen die Verkehrsunternehmen mehr Personal. Schon jetzt müssen Fahrten ausfallen – zum Glück nur vereinzelt. In den kommenden Jahren benötigen wir 50.000 neue Kolleginnen und Kollegen: vor allem am Steuer unserer Busse und in den Führerständen unserer Bahnen, aber auch in vielen anderen Bereichen. Die Verkehrsunternehmen reagieren bereits auf den Personalmangel. Kontinuierlich verbessern sie die Rahmenbedingungen für sogenannte Engpassberufe wie Lokführer und Busfahrer. Außerdem wirbt die Branche auch im Ausland um qualifiziertes Personal. Deshalb unterstützen wir die Bundesregierung dabei, ein praxistaugliches Einwanderungsgesetz zu verabschieden, das den unkomplizierten Zuzug von Arbeitskräften ermöglicht.


Beste Grüße
Ihr Ingo Wortmann

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