Der nächste

Schritt

Egal in welchem Verkehrsverbund oder mit welchen Verkehrsmitteln man unterwegs ist – dass die Kunden mit sprichwörtlich einem Klick die komplette Reisekette buchen und bezahlen können, ist erklärtes Ziel der Branche. Ob gemeinsame Standards für E-Tickets oder interoperable Schnittstellen, die Branche hat in diese Richtung bereits viel Wegstrecke zurückgelegt. Mit der Digitalisierung und Big-Data-fähigen Plattformarchitekturen ergeben sich allerdings ganz neue Optionen, um dieses Ziel den Kunden näher zu bringen und damit letztlich einen höheren Anteil am Modal Split im ÖPNV zu erhalten. Auch wenn man nicht übersehen darf, dass eine Vielzahl der Fahrgäste Stammkunde ist und nicht ständig kreuz und quer durch die Republik mit ganz unterschiedlichen Verkehrsmitteln reist, erwarten sie dennoch eine durchgängige Information für ihre Wege von Tür zu Tür und eine entsprechende Buchbarkeit der Angebote. Hier gibt es noch brachliegendes Potenzial, und für die Branche ergibt sich daraus eine Chance: Gelegenheitskunden, die unsere Angebote durchaus auch in unterschiedlichen Städten einfach und schnell finden und buchen können, stellen ein entscheidendes Marktsegment für neues Wachstum dar.

Der VDV und 20 Initiatoren aus der Branche nehmen sich dieser Herausforderung deshalb im Rahmen einer Vernetzungsinitiative an. Ziel ist nicht eine App für alle, sondern ein Hintergrundsystem, das bereits vorhandene Lösungen intelligent vernetzt. Bei den Kunden auf die (lokale) Marke der Verkehrsunternehmen zu setzen, die seit langem etabliert sind, ist ein Erfolgsfaktor. Künftig allerdings nur, wenn im Hintergrund alle verfügbaren Informationen über die Reise und das dazugehörige ­Ticketing einfach, schnell und vollständig angeboten werden. Für weiteres Wachstum und um Zugangs­barrieren im ÖPNV abzubauen, die auch öffentlich und politisch immer wieder diskutiert werden, will die Branche von sich aus diesen nächsten, wichtigen Schritt gehen. Diese Initiative, für die sich unser Kollege und VDV-­Vizepräsident Knut Ringat politisch starkmacht und für die zahlreiche Akteure mit hoher Geschwindigkeit und sehr unprätentiös an operationalisierbaren Konzepten arbeiten, verdient höchste Anerkennung. Digitalisierter Vertrieb ist ein wichtiger Baustein für zukunftsfähigen und leistungsstarken ­Öffentlichen Verkehr. Unter der Überschrift „Deutschland Mobil 2030“ widmen wir uns im Rahmen der Jahrestagung vom 7. bis 9. Juni in Hannover weiteren entscheidenden Themen für die Zukunft unserer Branche. Lassen Sie uns in Hannover beginnen, diese Zukunft gemeinsam zu gestalten!

Herzlichst Ihr
Jürgen Fenske

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