Aus dem Verband

Mit Haltung, Herzblut und Sachverstand


„Es war mir nicht nur eine Ehre, sondern überwiegend eine Freude.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Jürgen Fenske als VDV-Präsident. Den Rahmen seiner Verabschiedung bildete der Rheinische Abend, der aus diesem besonderen Anlass in DB-Räumlichkeiten des Berliner Hauptbahnhofs stattfand. Als Chef der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) geht Jürgen Fenske Ende des Jahres in den Ruhestand und scheidet damit als VDV-Präsident mit der bislang längsten Amtszeit aus. Im November 2009 wurde er erstmalig in dieses Ehrenamt gewählt und anschließend zweimal bestätigt. Jürgen Fenske bedankte sich bei seinen Weggefährten für die vielen persönlichen Gespräche sowie die Kollegialität im Präsidium und Vorstand des VDV: „Wir haben immer ein gemeinsames Ergebnis gefunden.“ Sein besonderer Dank galt den Hauptamtlichen im VDV – allen voran Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. „Ich habe mich vom Hauptamt im unvergleichlichen Maße getragen gefühlt.“

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Als schlagkräftiges Doppel und unbequemen Gesprächspartner für die Politik würdigte Andreas Scheuer die VDV-Spitze aus Präsidium und Geschäftsführung: „Wenn die Fenske-Wolff-Kombination auftaucht, muss man schon aufpassen.“ Denn dann geht es oft um die Finanzen. „Herr Fenske, Sie haben die Stimme erhoben, damit der Bund mehr Geld zur Verfügung stellt“, sagte der Bundesverkehrsminister.

Die Fortschritte bei der Finanzierung von Verkehr und Verkehrswegen, die Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“, die das Thema Verkehrsinfrastruktur stärker in das Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit rückte, sowie die Initiative, 1.000 Flüchtlinge durch einen Verkehrsberuf bei der Integration zu unterstützen: Diese besonderen Erfolge aus Fenskes Amtszeit hob Prof. Knut Ringat hervor. Der VDV-Vizepräsident betonte, dass in dieser Zeit auch Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen unter dem gemeinsamen Dach des VDV zu einer bedeutenden Lobby zusammengewachsen seien. Jürgen Fenske sei es gelungen, den Stellenwert des VDV in der Politik auszubauen. Ringat: „Es war einfach eine gute Zeit – fachlich souverän und politisch geführt.“ Dass viel erreicht wurde, betonte auch Dr. Richard Lutz, Bahnchef und Gastgeber des Rheinischen Abends. Angesichts des Masterplans Schienengüterverkehr und des Zukunftsbündnisses Schiene „ist Aufbruchsstimmung da“, so der Vorstandsvorsitzende der DB: „Jürgen Fenske hat sich mit viel Herzblut und unternehmerischem Sachverstand eingesetzt.“

Jürgen Fenske machte einmal mehr deutlich, dass der ÖPNV eine zentrale gesellschaftspolitische Bedeutung hat. Eine funktionierende Mobilität trage dazu bei, dass sich die Menschen in ihren Städten wohlfühlen. Ebenso wichtig sei die Rolle der Verkehrsunternehmen auf dem Arbeitsmarkt und für die Integration. „Wir haben unsere gesellschaftspolitische Verantwortung immer wahrgenommen“, sagte der scheidende VDV-Präsident: „Und es ist mir wichtig, dass wir sie weiter wahrnehmen.“