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Aus gutem Grund
auf gutem Grund

Im Mai wird das Grundgesetz 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass werben Menschen mit Migrationsbiografien für die Verfassung. Der VDV und eine Reihe von Verkehrsunternehmen unterstützen die bundesweite Kampagne. Zu den Akteuren aus dem Bereich Öffentlicher Verkehr gehören die Üstra, die BVG, die Hamburger Hochbahn, die Münchner Verkehrsgesellschaft, die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).


Die ältere Dame gehört wie selbstverständlich zu einer Gruppe von Menschen. Trotzdem sticht sie aus dem großformatigen Plakat heraus. Es handelt sich um Margot Friedländer. Sie überlebte als Kind den Holocaust, emigrierte 1946 in die USA und kehrte 2010 nach Berlin zurück – eine starke Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Mit ihrer Biografie steht sie für Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Margot Friedländer gehört zu den ersten Botschafterinnen und Botschaftern, die im Rahmen einer deutschlandweiten Kampagne für die Verfassung werben. Anlass ist der siebzigste Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai. Eine Reihe von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Prominenz sowie aus verschiedenen Alters- und Berufsgruppen geben dabei einem markanten Artikel aus der Verfassung ein Gesicht. Zum Beispiel Artikel 4: „Die ungestörte Religionsfreiheit wird gewährleistet.“ Dafür steht die deutsche Boxmeisterin Zeina Nassar. Bekannt wurde die gläubige Muslima auch außerhalb der Sportwelt, weil sie mit Kopftuch in den Ring steigt. Ihre Eltern stammen aus dem Libanon.

Über die Persönlichkeit wird der ­jeweilige Artikel erfahrbar – und
das Grundgesetz mit Leben gefüllt.

Gonca Türkeli-Dehnert,
Geschäftsführerin der Deutschlandstiftung
Integration, zum Konzept der Kampagne
Die Motive erscheinen als Anzeigen in Zeitschriften und Tageszeitungen sowie in der
Außenwerbung etwa an Haltestellen und in Stationen.

Ein weiteres Testimonial gibt unter anderem der Gastronom Dat Vuong, der als Bootsflüchtling aus Vietnam nach Deutschland kam: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“ (Art. 16a). Nizar Rokbani, der sich mit dem Aufbau einer privaten Schule engagiert, weiß als Gründer einer Hotelkette, dass „Eigentum verpflichtet“ (Art. 14). Auf diese Weise werden verschiedene Grundrechte und grundrechtsgleiche Rechte im Grundgesetz in besonderer Weise hervorgehoben. Auch drei Mitarbeiter aus dem Bereich Öffentlicher Verkehr gehören zu den Testimonials. Die Üstra-Busfahrerin Gurbit Buch und ihr BVG-Kollege Mouhamed Adama Ngom stehen für die Freiheit der Berufswahl (Art. 12, Abs. 1): „Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.“ Den Bereich „Kommunale Selbstverwaltung“ (Art. 28, Abs. 2) repräsentiert José Luis Castrillo, Vorstand des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR).

Deutschlandstiftung Integration

Die Deutschlandstiftung Integration gGmbH wurde 2008 als Treuhandstiftung vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) ins Leben gerufen. Vorsitzender des Stiftungsrats ist der frühere Bundespräsident Christian Wulff. Von Anfang an ist Bundeskanzlerin Angela Merkel Schirmherrin der Stiftung und des Stipendienprogramms „Geh Deinen Weg“. Die Deutschlandstiftung Integration wird unterstützt von ihren strategischen Partnern Deutsche Telekom, Edeka, Coca-Cola, Postbank und Daimler.

www.deutschlandstiftung.net

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Auf den Weg gebracht wurde die Kampagne mit dem Titel „Mein Deutschland. Ich lebe hier auf gutem Grund“ von der Deutschlandstiftung Integration in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Antoni (siehe Infokasten). Unterstützung kommt vom Bundesinnenministerium. „Großflächige Plakate und großformatige Anzeigen sollen eine bundesweite Strahlkraft entwickeln“, erläutert Gonca Türkeli-Dehnert, Geschäftsführerin der Stiftung: „Über die Persönlichkeit wird der jeweilige Artikel erfahrbar – und das Grundgesetz mit Leben gefüllt.“

Die Kampagne richtet sich an alle Einwohner Deutschlands – egal ob mit oder ohne Migrationsgeschichte. Die gemeinnützige Stiftung ist auf die Unterstützung von Medien und Unternehmen angewiesen, um eine möglichst breite Zielgruppe zu erreichen. Beispielsweise werden bei der BVG und der Hamburger Hochbahn Spots im Fahrgast-TV zu sehen sein. Andernorts werden die Motive in der Außenwerbung etwa an Haltestellen und Stationen präsent sein. Schwerpunktregion der Plakat-Kampagne wird Hannover. Außerdem werden die Motive als Printanzeigen in Zeitschriften und Tageszeitungen erscheinen sowie als Spots im Fernsehen und Kino zu sehen sein. Zentrale Informationsplattform ist eine Webseite, die im Mai online gegangen ist.

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Informationen:
www.aufgutemgrund.org

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Artikel veröffentlicht: 26.04.2019
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