Aus dem Verband

ÖPNV-Branche trifft Start-ups

Kreative Köpfe tauschen sich mit Entscheidern aus der Verkehrsbranche aus: In Nordrhein-Westfalen hat das erste Start-up-Pitch stattgefunden, bei dem Gründer ihre Lösungen für den ÖPNV vorstellten. Eingeladen hatten das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium und die Landesgruppe des VDV. Sechs Unternehmen präsentierten in Wuppertal vor knapp 40 Zuhörern, darunter viele Top-Entscheider von Verkehrsunternehmern aus NRW. „Hier sitzen ein paar richtig große Fische. Wenn Sie mit denen ins Geschäft kommen, haben Sie die Rente durch“, ermunterte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst die Start-upper. Dass die Digitalisierung dem ÖPNV die Chance biete, tradierte Strukturen und Angebote zu überdenken, betonte der VDV-Landesgruppenvorsitzende Ulrich Jaeger: „Mit einer leistungsfähigen, digitalen Infrastruktur können wir außerdem noch kundenorientierter werden“, sagte der Geschäftsführer des gastgebenden Wuppertaler Verkehrsbetriebs WSW mobil.

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Dann wurde gepitcht. Alle Jungunternehmer hatten sieben Minuten Zeit, ihre Lösungen vorzustellen. Danach beantworteten sie bis zu drei Minuten lang die Fragen des Fachpublikums. Das war im Anschluss an die Präsentationen gefordert. Die Zuhörer stimmten mit ihren „Pitch-Coins“ ab – Klebepunkte im Wert von 25 und 50 Euro, die in echtes Preisgeld umgemünzt wurden. Am Ende hatte Thomas Grimm von „S O Nah“ mit lernenden Sensoren überzeugt. Diese Technik kann helfen, den Suchverkehr zu reduzieren, indem sie freie Parkplätze meldet – etwa in der Stadt oder auf P+R-Anlagen. Mit zusätzlichen Anwendungen können die freien Plätze dann reserviert werden.

Gespräche über Kooperationen im Nahverkehr

Auch für die anderen Teilnehmer aus den Start-ups und den Verkehrsunternehmen war der Abend ein Gewinn – nicht nur, weil sich im Nachgang Gespräche über weitere Kooperationen anschlossen. „Mit der Veranstaltung sollte der Blick für die Verkehrsunternehmen geweitet werden“, erläuterte VDV-Landesgruppenchef Ulrich Jaeger: „Die Start-ups sollten unter anderem ein Gefühl dafür bekommen, dass die Verkehrsbranche nach etwas spezielleren Regeln funktioniert.“ Damit der Austausch zwischen den Verkehrsunternehmen und den Start-ups regelmäßig stattfindet, ist die Folgeveranstaltung bereits für 2019 geplant. Verkehrsminister Wüst zeigt sich sicher: „Am Ende profitieren davon alle Seiten – und am allermeisten die Kunden.“

Verkehrsminister Hendrik Wüst (r.) gratulierte Thomas Grimm zum Erfolg.
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