Aus dem Verband

Alles auf Grün – neuer E-Bus-Betriebshof in Hamburg

Der modernste Busbetriebshof Europas ist Ende April in Hamburg-Alsterdorf eröffnet worden (Foto). Er gilt zugleich als der erste vollständig auf E-Mobilität ausgerichtete Busbetriebshof in Deutschland. Von dort fahren künftig 240 Busse der Hochbahn zu ihren Hamburger Fahrgästen, und das zunehmend elektrisch und klimaschonend. Das 450.000 Quadratmeter große Gelände liegt zwischen U 1, S-Bahn und Güterumgehungsbahn und in der Nähe von zehn stark frequentierten Buslinien.

Der Hochbahn kommt der Ausbau der Infrastruktur gerade recht, denn ihre E-Bus-Flotte wächst: Das Unternehmen, das insgesamt rund 1.000 Busse einsetzt, will ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse bestellen. Derzeit sind vier serienreife Elektrobusse in Hamburg im Linieneinsatz. Weitere 26 sollen noch 2019 folgen. Parallel bereitet die Hochbahn die Ausschreibung für die ersten serienreifen Gelenkbusse vor. Langfristiges Ziel: 2030, also innerhalb eines Jahrzehnts, soll der letzte Dieselbus außer ­Betrieb genommen werden. Auf dem neuen Betriebshof stehen die Busse unter sechs Carports mit je 40 Plätzen. Dort werden sie mit Druckluft und grünem Strom betankt. Eigentliches Highlight ist das Umspannwerk. Die Gesamt-Anschlussleistung auf dem Betriebshof beträgt 25 Megawatt. Damit ließe sich eine 40.000 Einwohner große Stadt versorgen. „Schon in drei Jahren wird die Hälfte aller Busse von Alsterdorf emissionsfrei fahren“, kündigte der Vorstandsvorsitzende der Hochbahn, Henrik Falk, an.

Gleisanschluss-Charta wird übergeben

Die Nutzung von Gleisanschlüssen und kundennahen Zugangsstellen könnte einen wesentlichen Beitrag leisten, um die kommunale und regionale Straßeninfrastruktur zu entlasten und Kunden umweltfreundlich zu bedienen.

„Dafür“, so Joachim Berends, Vizepräsident und Vorsitzender des Verwaltungsrates Schienengüterverkehr des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), „werden aber bessere Rahmenbedingungen benötigt, und es besteht dringender politischer und unternehmerischer Handlungsbedarf.“

Denn heute existieren wohl nur noch etwa 2.000 Gleisanschlüsse von Industrie-, Handels- und Logistikunternehmen. 1997 gab es dagegen noch circa 11.000 dieser wichtigen Zugangsstellen. Gleichzeitig lassen weniger Gleisanschlüsse die Bedeutung des ohnehin geschrumpften Einzelwagen- und des Wagengruppenverkehrs weiter sinken. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat der VDV im Rahmen einer verbändeübergreifenden Initiative mit über 30 Partnern aus Industrie, Handel, Logistik und öffentlichen Einrichtungen eine Gleisanschluss-Charta auf den Weg gebracht. Neben konkreten Vorschlägen, um die Attraktivität von Gleisanschlüssen und kundennahen Zugangsstellen zu steigern, enthält die Charta auch Vorschläge zur Stärkung von Umschlagterminals, multimodalen/trimodalen Knoten, vorgelagerten Infrastrukturen und Transportsystemen, die über Gleisanschlüsse und kundennahe Zugangsstellen abgewickelt werden.

Die Gleisanschluss-Charta wird im Juni 2019 veröffentlicht und der Bundes- sowie Landespolitik übergeben. Joachim Berends: „Um die Relevanz der Forderungen auf eine breite Basis zu stellen, sind Unternehmen und Institutionen aufgerufen, die Charta zu unterstützen.“ Bekräftigt werden kann das auch online unter www.gleisanschluss-charta.de

Meldungen

VDV gibt Empfehlungen zur Eisenbahnpolitik

Das Bundesverkehrsministerium hat Anfang Mai den Zwischenbericht des Zukunftsbündnisses Schiene vorgelegt. Grundsätzlich sieht der VDV den Bund auf einem guten Weg, fordert aber einige Konkretisierungen und finanzielle Zusagen für die vorgeschlagenen Maßnahmen. Nur wenige Tage später gab der VDV in der Anhörung des Verkehrsausschusses zur künftigen Eisenbahnpolitik insgesamt 36 Empfehlungen. Sie betreffen vor allem Maßnahmen für eine höhere Qualität des Betriebs und Kostenreduzierungen. Wichtige Signale setzten die Regierungsfraktionen in ihrem Antrag mit den Vorschlägen, die Laufzeit der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) für DB Netz erheblich zu verlängern und die Trassenpreisförderung im Schienengüterverkehr zeitlich auszudehnen.

Als Meilenstein zur Entwicklung leiser, digitaler und umweltfreundlicher Eisenbahntechnik hat die Fachwelt die Gründung des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung am 23. Mai 2019 in Dresden begrüßt. Die Schiene ist auf Innovationen angewiesen, um ihre Attraktivität im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern weiter zu erhöhen. Für das neue Forschungs­zentrum in Dresden stellt der Bund fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Zugleich kritisierten Branchenexperten die Hängepartie bei der Umsetzung des seit 2017 angekündigten Bundesprogramms „Zukunft Schienengüterverkehr“. Dadurch sollte die Erprobung und Markteinführung von innovativen Technologien mit einer halben Milliarde Euro in fünf Jahren unterstützt werden. Doch diese „Sofortmaßnahme“ aus dem bereits 2017 verabschiedeten Masterplan Schienengüterverkehr lasse bisher auf sich warten.

Den VDV gibt’s jetzt auch bei Twitter

Zeitgleich mit der diesjährigen VDV-Jahrestagung (#VDVJahrestagung) fällt auch der Startschuss für den VDV-­Twitter-Kanal. Seit Anfang Juni veröffentlicht das VDV-Social-Media-Team täglich Beiträge über politische Entwicklungen, verkehrstechnisch relevante Neuigkeiten und interessante Mobilitätsfakten. Die VDV-Akademie betreibt bereits eine Twitter-Präsenz. Künftig werden zusätzlich auch auf dem VDV-Account Weiterbildungsinfos geteilt. Im Redaktionsteam vertreten ist auch der VDV eTicket Service, der den Kanal ebenfalls mit News rund um digitale Service-Themen versorgt. Der Twitter-Kanal richtet sich vornehmlich an Meinungsbildner, Politik und Multiplikatoren. Sie werden schnell, direkt und transparent über den VDV und seine Themen informiert.

Das VDV-Social-Media-Team freut sich über zahlreiche Follower:
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