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Fahrgastrekord bei schwächerem Wachstum

Im vergangenen Jahr haben erneut mehr Menschen den Öffentlichen Personenverkehr genutzt als im Vorjahr. 10,4 Milliarden Kunden stiegen in Busse und Bahnen. Damit sorgten sie im 21. Jahr in Folge für einen Fahrgastrekord. Allerdings fiel der Zuwachs mit einem Plus von 0,6 Prozent deutlich geringer aus als zuletzt.


Bus- und Bahnfahren liegt im Trend. „Das hat nicht nur etwas damit zu tun, dass Autofahren immer teurer, langsamer und stressiger wird“, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann bei der Vorstellung der ÖPNV-Bilanz 2018. Im Schnitt fährt jeder Bürger jährlich 138 Mal mit Bus oder Bahn. Der ÖPNV entwickelt sich in Deutschland zunehmend zum Rückgrat der Mobilität für viele Bevölkerungsgruppen. 43 Prozent der ÖPNV-Kunden finden sich dabei in den 20 größten deutschen Städten. „Schneller, effizienter, günstiger und umweltschonender als mit Bus oder Bahn kann man in den Metropolen nicht unterwegs sein“, so Ingo Wortmann: „Daher muss es oberste Priorität der Politik, der Kommunen und der Verkehrsunternehmen sein, die Qualität des ÖPNV weiter zu steigern und damit immer mehr Menschen zum Umstieg zu bewegen.“

Allerdings zeigt sich immer deutlicher, dass der ÖPNV vielfach an seine Kapazitätsgrenzen stößt. „Vor allem der zunehmende Modernisierungs- und Ausbaubedarf der Infrastrukturen ist ein Hemmnis für weiteres Wachstum“, sagte der VDV-Präsident. Mit Blick auf die umwelt- und klimapolitischen Ziele im Verkehrssektor, die gerade in den Städten und Ballungsräumen nur über ÖPNV-Wachstum zu erreichen sind, forderte er zeitnahe Finanzierungslösungen. Für die Erneuerung von Strecken, Haltestellen und Bahnhöfen im städtischen ÖPNV fehlen nach seinen Worten inzwischen rund fünf Milliarden Euro.

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