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Konferenz widmet sich Gleisanschlüssen


22 Prozent mehr Güterverkehr per Bahn: Der Studie „Deutschland mobil 2030“ zufolge ist dies innerhalb der kommenden zwölf Jahre machbar, wenn sich Politik und Unternehmen gemeinsam anstrengen und konsequent auf die Schiene setzen – etwa durch den Ausbau der Infrastruktur. Zuletzt ging hierzulande jedoch die Zahl der Gleisanschlüsse deutlich zurück. Um Güter auf der Schiene überhaupt transportieren zu können und zusätzliche Mengen von der Straße zu verlagern, benötigt der Wagenladungsverkehr ein ausreichendes Netz von Gleisanschlüssen und multimodalen Logistikknoten.

Diesem Thema wollen der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und der VDV mehr Gehör verschaffen. Erstmalig richten beide Verbände am 16. und 17. Oktober die gemeinsame Gleisanschluss-Konferenz aus. Dabei geht es auch um die Fragen, ob bessere politische und gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich sind und was sich auf der Angebotsseite ändern muss, um Gleisanschlüsse attraktiver zu machen. Zudem wollen die Teilnehmer an einer „Gleisanschluss-Charta“ arbeiten, die im kommenden Jahr an die Politik überreicht werden soll.

Mehr Güter auf die Schiene zu verlagern, ist ein notwendiger Schritt, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Unternehmen, die ihren privaten Gleisanschluss ausbauen oder wiederbeleben, erhalten Geld vom Bund. 14 Millionen Euro stehen noch bis 2020 jedes Jahr zur Verfügung. „Die Gleisanschlussförderung zeigt, dass auch mit vergleichsweise wenig Geld viel bewegt werden kann“, erläutert Marcus Gersinske, Fachbereichsleiter Ressourcenmanagement Eisenbahn beim VDV. Auf Initiative des VDV war die Gleisanschlussförderung 2004 von der damaligen Bundesregierung ins Leben gerufen worden. Seitdem hat das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) 164 Projekte bewilligt, die mit 122 Millionen Euro gefördert worden sind.

Die Förderung ist an die Verpflichtung der Unternehmen gekoppelt, ein festgelegtes Volumen nicht mehr auf der Straße, sondern über die Schiene zu transportieren. Laut EBA sollte durch die bewilligten Mittel eine Verlagerung von bis zu 17,8 Millionen Tonnen beziehungsweise 5,7 Milliarden Tonnenkilometern jährlich bewirkt werden. Aktuell befinden sich etwa 25 Projekte in laufenden Verfahren. Auf Anfrage von „VDV Das Magazin“ teilte das EBA mit, dass die Fördermittel für dieses und nächstes Jahr noch nicht ausgeschöpft sind.

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www.bit.ly/gleisanschluss