"Demokratie gestalten, Kaffee erhalten“: Der Demokratiebus – eine Kooperation der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Fernverkehranbieters Flix – geht ab Mitte März wieder auf Deutschlandtournee. Für das laufende Jahr sind über 70 Stopps bereits fest angedacht. Erste Station nach der Winterpause wird am 17. März das „Lippe-Berufskolleg“ im westfälischen Lippstadt sein. „Schon zu Jahresbeginn hat sich unser Terminkalender gut gefüllt“, berichtet Konstantin Gerbrich, politischer Referent bei der Stiftung und mit dem Bus auf Tour: „Die Zahl der Anfragen ist so hoch wie noch nie.“ Nicht zuletzt das „Superwahljahr“ dürfte dazu entscheidend beitragen. In fünf Bundesländern finden Landtagswahlen, in drei Kommunalwahlen statt. Allein im Mai ist der Bus fast ausschließlich in Sachsen-Anhalt zu sehen, wo am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird. Zwei Wochen später gehen die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern an die Wahlurnen. Auch im Küstenland steht eine Reihe von Terminen auf dem Tourneeplan.
Mit Flix – hierzulande vor allem bekannt durch die Marken „Flixbus“ und „Flixtrain“ – kooperiert die Konrad-Adenauer-Stiftung seit Oktober 2023. „Wir waren auf der Suche nach einem Partner mit einem großen Netz und einem guten Zugang zu einer jungen Zielgruppe“, berichtet Konstantin Gerbrich. Gesellschaftliches Engagement hat bei Flix einen hohen Stellenwert. „Wir wollen uns nicht nur zur Demokratie bekennen, sondern auch etwas Handfestes zu ihrer Stärkung beisteuern“, betont Niklas van Well aus der Politikabteilung des Unternehmens. Das geschieht in Form eines der markanten grünen Reisebusse, der am Heck auffällig mit dem Leitmotiv der Stiftung beklebt ist: „Gemeinsam. Demokratie. Gestalten.“ Gestellt wird das Fahrzeug vom Berliner Unternehmen und Flix-Partner BusArt-Tours. Wenn der Setra nicht im Chartereinsatz für die Konrad-Adenauer-Stiftung fährt, trägt er diese Botschaft im regulären Fernbusverkehr durch die Republik. In diesem Sinne gehen in Kürze zwei weitere Busse als Werbeträger für die Demokratie auf die Reise.
Auffällig beklebt: Am Heck trägt der Demokratiebus von Flix und der Konrad-Adenauer-Stiftung das Leitmotiv der Stiftung. Bei seinen Stopps geht es um die Stärkung der Demokratie: durch Gespräche und den Austausch zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen sowie konkrete Mitmachaktionen.
Die Idee, den Demokratiebus ins Leben zu rufen, stammt vom CDU-Politiker Norbert Lammert. Der frühere Bundestagspräsident war bis Ende 2025 Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. Zum Jahreswechsel wurde ihm der Ehrenvorsitz übertragen. Wenn sich immer weniger für die Demokratie interessieren und wenn sich nur dieselben engagieren, so Norbert Lammerts Gedanke, müsse es ein Projekt geben, das zu den Menschen kommt. „Der Bus bietet uns dafür viele Möglichkeiten“, erläutert Konstantin Gerbrich: „Beispielsweise auf einem Volksfest wie der Kieler Woche, dem City Festival der Gamescom, den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, auf einem Marktplatz einer Kleinstadt, wo wir Passanten ansprechen, oder an einer Schule, wo wir gezielt Workshops anbieten.“ Wie in der Demokratie kommt es auch am Bus aufs Mitmachen an. Beispielsweise können sich Schülerinnen und Schüler in die Rolle ihres Stadtoberhaupts versetzen. Was würde ich heute tun, wenn ich Bürgermeisterin oder Bürgermeister wäre? Die Antworten werden auf eine Art Stimmzettel geschrieben und wie bei einer Wahl in eine Urne geworfen. Anschließend werden die Ergebnisse der Verwaltungsspitze der gastgebenden Kommune überreicht. Parteipolitik wird am Demokratiebus nicht gemacht. Vielmehr geht es um demokratiestärkende Maßnahmen wie Gespräche und den Austausch zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen sowie konkrete Mitmachaktionen. Spätestens sechs Wochen vor einer Wahl gehen der Bus und seine Besatzung ohnehin auf Abstand zum jeweiligen Bundesland.
Nachholbedarf bei politischer Bildung
Anzutreffen ist der Bus nicht nur an zentralen Stellen wie dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof in Erfurt oder in anderen Landeshauptstädten. Gerade in kleineren Gemeinden und ländlichen Gegenden komme die politische Bildung oft zu kurz, hat Konstantin Gerbrich festgestellt: „Wir nehmen uns Zeit und hören zu, was die Menschen auf dem Herzen haben.“ Auf seinen Bustouren sieht er immer wieder einen großen Unterschied zwischen strukturstarken und strukturschwachen Regionen. „Und der wirkt sich noch stärker aus als die frühere deutsche Teilung.“
Allein im vergangenen Jahr besuchten fast 17.000 Menschen den Bus bei seinen 71 Stopps an 49 Orten. Wer den Demokratiebus auch in seine Stadt holen möchte, kann unter www.gemeinsam-demokratie-gestalten.de über einen Button Kontakt zur Konrad-Adenauer-Stiftung aufnehmen. Konstantin Gerbrich und das Busteam sehen den kommenden Monaten schon jetzt motiviert entgegen: „Die zahlreichen Termine und Anfragen bestätigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“