Die Geschichte der Straussee-Fähre beginnt mit Schlossermeister Daniel Gepke. 1894 richtete er den Fährbetrieb ein. Die erste Fähre wurde noch mit einem Handrad betrieben und konnte etwa 100 Personen befördern. Schon ein Jahr später folgte eine größere Fähre für 200 Personen mit Petroleummotor. 1903 kam eine Fähre mit Verbrennungsmotor hinzu. 1905 kaufte die Stadt die Fähre nach Gepkes Tod für 3000 Mark.
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1915 setzte die Stadt Strausberg dann auf Elektromobilität: sauber, sicher und leise. In diesem Jahr wurde der elektrische Betrieb eingeführt. Der Motor wird über eine Oberleitung mit Strom versorgt. Den Kontakt zur Leitung stellt ein klassischer Stromabnehmer her. Damit die Fähre den Kontakt zur Oberleitung nicht durch Wind oder Strömung verliert, wird sie durch ein Seil in einer festen Spur gehalten. Ein Prinzip, so einfach wie genial.
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Die heutige Fähre stammt aus dem Jahr 1967 und wurde von der Werft Franz Loberenz in Marienwerder gebaut. Ihr Rumpf ist geschweißt, der Boden flach, das Deck offen. Technisch arbeitet sie mit einem 230-Volt-Elektromotor, der über die Oberleitung versorgt wird. Die Leistung beträgt 7,5 Kilowatt. Das Schiff ist 15,50 Meter lang, 7,23 Meter breit und wiegt 19 Tonnen.
Möglich wird diese einfache, aber effektive Lösung nicht nur durch technischen Ideenreichtum, sondern auch durch eine natürliche Besonderheit des Gewässers. Der Straussee umfasst zwar eine Fläche von mehr als 136 Hektar, als eiszeitlicher Rinnensee folgt er jedoch einer schmalen Rinne, die einst durch einen Gletscher geformt wurde. Dadurch ist er zwar sehr lang, aber nicht besonders breit. Die Fähre in Strausberg muss nur rund 350 Meter zurücklegen, um das andere Ufer zu erreichen. Eine Distanz, die sich mit einem gespannten Drahtseil gut überwinden lässt.
Die letzte Abfahrt nicht verpassen!
Die Stadt Strausberg hat davon sehr profitiert. Zum einen zieht die Fähre selbst bis heute zahlreiche Besucher an. Zum anderen macht sie ein Naherholungsgebiet schnell erreichbar, ohne dass der langgezogene See kilometerweit umrundet werden muss. Bis zu 100 Fahrgäste finden heute auf der Fähre Platz. Auch Fahrräder und angeleinte Hunde können mitgenommen werden. Rund 40.000 Fahrgäste nutzen die Fähre pro Jahr. In den Sommerferien sind bis zu 42 Fahrten am Tag möglich, im Winter fährt die Fähre deutlich seltener.
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Wer die Fähre in Strausberg nutzen möchte, kann die Stadt mit der S-Bahn Berlin oder dem Regionalverkehr erreichen. Als Zielbahnhöfe bieten sich entweder Strausberg Stadt (nur S-Bahn) mit anschließendem kurzem Spaziergang durch die Altstadt oder der Bahnhof Strausberg (S-Bahn, Regionalverkehr) mit Weiterfahrt per Straßenbahn bis zur Haltestelle Lustgarten der Strausberger Eisenbahn an. Fahrplanauskünfte finden sich unter www.vbb.de.
Und apropos Fahrplan: Wer die Straussee-Fähre nutzen möchte, sollte unbedingt die letzten Abfahrtszeiten im Blick behalten. Denn ein ungeplanter Fußweg um den See ist weit und führt überwiegend durch Waldgebiet.
Infoseite mit Fahrplan der Straussee-Fähre:
Strausberger Eisenbahn